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Konsum Cannabis

Wiederholungen / Stufe:

Konsum von Cannabis auf dem Schulareal, in Lagern oder auf Exkursionen.

Bevor Handlungen in diesem Bereich unternommen werden, sollte abgeklärt werden, ob es sich auch wirklich um Cannabis im Joint handelt und nicht „nur“ um Tabak. Diese Abklärung kann mittels Anschauen, Riechen etc. erfolgen. Falls es sich „nur“ um Tabak handelt, verstossen die Schüler/-innen gegen die Regel „Konsum von Tabak“ und „Provokation mit Suchtmitteln“.

Konsum und Besitz zum Konsum von Cannabis ist eine Übertretung des Betäubungsmittelgesetztes und ist nach wie vor strafbar.
Achtung: da Schulen von Gesetzes wegen keine Leibesvisitationen oder Taschenkontrollen durchführen dürfen, muss wenn die Substanzen nicht offen vorliegen, bei einem Verdacht auf Besitz von Cannabis die Polizei hinzugezogen werden.


Achtung: Wer grössere Mengen besitzt, dürfte im schulischen Kontext vermutlich dealen (siehe dazu Regelverstoss „Dealen“).

Grundsätzlich besteht keine Anzeigepflicht für die Lehrpersonen. Es wird jedoch empfohlen, bei jeglichem Konsum von Cannabis (ab dem 1. Mal) eine Anzeige zu erstatten, da es sich um eine Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz handelt (Artikel 3c des BtmGe: Melderecht. Gemäss RRB im TG an die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde).

Alternativ Anzeige. Dann geht es an die Juga und kommt von daher an die Suchtberatung der Perspektive Thurgau.

Im Kanton Thurgau besteht jedoch ein Melderecht solcher Vorfälle an die KESB (Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde).
Eine Alternative wäre eine Anzeige. Diese müsste dann an die Jugendanwaltschaft gerichtet werden und die Suchtberatung der Perspektive Thurgau wird involviert.

Schritte Stufe 3
Zur möglichen Zusammenarbeit mit der Perspektive Thurgau stehen folgende Wege zur Verfügung:

  • Die Schülerin / der Schüler kann auf freiwilliger Basis einen Termin mit der Perspektive Thurgau Fachstelle vereinbaren. Diese stellt diesem bei Bedarf eine Bestätigung über die Beratung aus, welche weitergegeben werden kann.

  • Die Schülerin / der Schüler wird der Perspektive Fachstelle verbindlich zugewiesen. Es wird dann ein Dreiecksvertrag erstellt zwischen Schule / Schülerin/Schüler und der Schulberatung/Fachstelle.

  • Empfohlen werden so oder so Sensibilisierungsgespräche mit der Sozialberatung der Perspektive Thurgau. Als 3. Gespräch können dann auch die Eltern zur Auswertung zugezogen werden.
    Zur Unterstützung der Familie biete sich die Dienstleistung „Beratung für Eltern von Jugendlichen mit riskantem Substanzkonsum“ an.

    Dieses Vorgehen bietet sich nur an, wenn die Schule keine Meldung an die Behörden machen will. Ansonsten ordnen die Behörden die folgenden Massnahmen an.

    Die Klassenlehrperson sendet den Elternbrief B direkt (siehe Dokumente) mitunterschrieben von der Schulleitung an die Eltern. Eine Kopie davon geht an die Perspektive Fachstelle und die Schulsozialarbeit. Dem Elternbrief wird das Dienstleistungsblatt der Perspektive Fachstelle als Information beigelegt.

    Eine Anzeige durch die Schulleitung bei der Polizei wird empfohlen (s. oben).

    Die Eltern des/der Jugendlichen sind dafür verantwortlich, dass ihr Kind mit der Perspektive Fachstelle die Termine vereinbart und auch einhält. Ebenfalls liegt es im Entscheidungsspielraum der Eltern, ob Einzel- oder Familiengespräche stattfinden. Die Perspektive Fachstelle gibt der Klassenlehrperson Rückmeldung, dass die Gespräche stattgefunden haben oder nicht wahrgenommen wurden.

    Das Gespräch an der Schule wird von der Schulleitung geleitet. Die Klassenlehrperson schreibt eine Gesprächsnotiz. Um eine Gefährdung des/der Jugendlichen abzuschätzen, kann es wichtig sein, den Vorfall mit allfälligen anderen Beobachtungen im schulischen und psycho-sozialen Bereich zu kombinieren und ins Gespräch zu bringen. Aus diesem Grunde sollte der Fragebogen Risikofaktoren von der Klassenlehrperson ausgefüllt werden.

    Verweigerung der Massnahme:
    Wird die Massnahme verweigert, so soll direkt ein Runder Tisch einberufen werden. Zu den eingeladenen Teilnehmenden zählen Schüler/-in, Eltern, Klassenlehrperson, Schulleitung, evtl. Schulsozialarbeit, evtl. Behörde. Je nach Stärke der Auffälligkeit wird ebenfalls die Perspektive Fachstelle eingeladen.

     

     

Massnahmen:

Klassenlehrperson

  • zeigt dem/der Schüler/-in die Konsequenzen auf
  • sendet Elternbrief B direkt mit Unterschrift der SL
  • legt dem Elternbrief B direkt Dienstleistungsblatt Perspektive bei
  • Kopie des Elternbriefes B direkt zur Info an Perspektive Fachstelle
  • Kopie des Elternbriefes B direkt zur Info an SSA
  • schreibt eine Gesprächsnotiz Eltern
Schulleitung
  • unterschreibt Elternbrief B direkt
  • erstatt Anzeige bei der Polizei (Empfehlung) 
  • führt Elterngespräch
  •  
Eltern
  • kommen zum Elterngespräch an die Schule
  • können ihr Kind auf die Perspektive Fachstelle begleiten
Schüler/-in
  • nimmt an Gesprächen teil
    • an der Schule
    • auf der Perspektive Thurgau
Perspektive Thurgau
  • erhält Kopie Elternbrief B direkt
  • führt zwei Einzel- oder Familiengespräche
  • gibt Rückmeldung an KL: Gespräche durchgeführt ja/nein
ev. Schulsozialarbeit
  • erhält Kopie Elternbrief B direkt
  • nimmt am Gespräch an der Schule teil

Massnahmen:

Klassenlehrperson

  • zeigt dem/der Schüler/-in die Konsequenzen auf
  • sendet Elternbrief B direkt mit Unterschrift der SL
  • legt dem Elternbrief B direkt Dienstleistungsblatt Perspektive bei
  • Kopie des Elternbriefes B direkt zur Info an Perspektive Fachstelle
  • Kopie des Elternbriefes B direkt zur Info an SSA
  • schreibt eine Gesprächsnotiz Eltern
Schulleitung
  • unterschreibt Elternbrief B direkt
  • erstatt Anzeige bei der Polizei (Empfehlung) 
  • führt Elterngespräch
  •  
Eltern
  • kommen zum Elterngespräch an die Schule
  • können ihr Kind auf die Perspektive Fachstelle begleiten
Schüler/-in
  • nimmt an Gesprächen teil
    • an der Schule
    • auf der Perspektive Thurgau
Perspektive Thurgau
  • erhält Kopie Elternbrief B direkt
  • führt zwei Einzel- oder Familiengespräche
  • gibt Rückmeldung an KL: Gespräche durchgeführt ja/nein
ev. Schulsozialarbeit
  • erhält Kopie Elternbrief B direkt
  • nimmt am Gespräch an der Schule teil

 

Adressen:


Kantonspolizei Thurgau
Frauenfeld
052 728 28 28

KESB Bezirk Arbon
Arbon
058 345 72 80

KESB Bezirk Frauenfeld
Frauenfeld
058 345 73 00

KESB Bezirk Kreuzlingen
Kreuzlingen
058 345 73 10

KESB Bezirk Münchwilen
Sirnach
058 345 73 30

KESB Bezirk Weinfelden
Weinfelden
058 345 73 40

 

Ein Angebot der

Perspektive Thurgau